Moderlieschen
Das Moderlieschen (Leucaspius delineatus) ist ein sehr kleiner, schlanker Schwarmfisch ruhiger, pflanzenreicher Gewässer wie Teiche, Altwasser und langsam fließende Gräben. Es zählt zu den kleinsten heimischen Karpfenfischen.
Charakteristisch ist die stark oberständige Mundstellung, mit der das Moderlieschen gezielt Nahrung von der Wasseroberfläche aufnimmt – vor allem kleine Insekten und Plankton. Die Art hält sich meist in großen, lockeren Schwärmen nahe der Oberfläche auf.
Moderlieschen werden nur 6 bis 9 Zentimeter lang. Biologisch bemerkenswert ist ihr Laichverhalten: Die Eier werden bandartig an Wasserpflanzen befestigt und vom Männchen aktiv bewacht und mit den Flossen befächelt, um sie mit Sauerstoff zu versorgen – eine Form der Brutpflege, die bei heimischen Kleinfischen selten ist.
Wegen ihrer geringen Größe spielt das Moderlieschen für die Angelfischerei praktisch keine Rolle, wurde früher aber gezielt als lebender Köderfisch gefangen und gehandelt (die jeweils geltenden Bestimmungen zu Köderfischen sind zu beachten). Als genügsame Art übersteht es auch sauerstoffarme, kleine Gewässer gut und ist ein wichtiger Beutefisch für Jungfische von Raubfischen.